Blog · 3. Juni 2026

Steuerabzug PV-Anlagen — Bund und 26 Kantone 2026 im Vergleich

Vollständige Übersicht der steuerlichen Behandlung von PV-Investitionen in der Schweiz 2026. Liegenschaftsunterhalt, Abzug, 2-Jahres-Aufteilung und Optimierungstipps.

3. Juni 2026 · Solaranlage bestellen

Solaranlage bestellen bietet unabhängige Schweizer Solar-Informationen. Dieser Beitrag ist Teil unserer Wissensreihe zu Photovoltaik, Förderung und Wirtschaftlichkeit.

Antwort in einem Satz: Vollständige Übersicht der steuerlichen Behandlung von PV-Investitionen in der Schweiz 2026. Liegenschaftsunterhalt, Abzug, 2-Jahres-Aufteilung und Optimierungstipps.

Der wichtigste Förder-Hebel: Steuerabzug

Neben der direkten Förderung durch KLEIV und kantonale Programme ist der Steuerabzug oft die grösste finanzielle Entlastung beim PV-Bau. Bei einem typischen Grenzsteuersatz von 30 % erspart der Abzug Ihrer Netto-Investition bei einer 10 kWp Anlage CHF 5'500. Dieser Guide zeigt die rechtliche Grundlage, Praxis in allen 26 Kantonen und Optimierungsstrategien.

Rechtliche Grundlage

  • Direkte Bundessteuer (DBG Art. 32): seit 2020 sind energiesparende Massnahmen — inklusive Erstinstallation PV — vollständig absetzbar
  • Kantonalsteuer: alle 26 Kantone haben analoge Regelungen übernommen

Vor 2020 war Erstinstallation in vielen Kantonen als "wertvermehrend" eingestuft und nicht absetzbar. Seit 2020 einheitliche Regelung.

Bundessteuer einheitlich

  • Volle Netto-Investition (nach KLEIV) absetzbar
  • Abzug im Investitionsjahr
  • 2-Jahres-Aufteilung möglich (Art. 32 Abs. 2 DBG)
  • MWSt-Komponente eingerechnet
  • Kantonale Förderungen reduzieren Investitionssumme

Beispielrechnung Bundessteuer

10 kWp Anlage, CHF 130'000 Einkommen:

  • Brutto: CHF 22'000
  • – KLEIV: CHF 3'550
  • – Kantonale Förderung: CHF 3'000
  • = Netto absetzbar: CHF 15'450
  • Grenzsteuersatz Bund ca. 10 %
  • Bundessteuer-Ersparnis: CHF 1'545

Kantonalpraxis kompakt

Standardpraxis (DE-Schweiz Mittelland)

Zürich, Bern, Aargau, Luzern, Solothurn: volle Übernahme der Bundesregelung. Standardpraxis, 2-Jahres-Aufteilung möglich.

Mit Bonus

Basel-Stadt, Basel-Landschaft: zusätzlicher Klima-Bonus bei kombinierter energetischer Sanierung — Abzug bis 110 % der Investitionssumme.

Westschweiz

Genf, Waadt, Neuenburg, Freiburg, Jura: volle Übernahme der Bundesregelung. Genf zusätzlich: spezielle Vorab-Anmeldung der Investition gewünscht.

Wallis und Tessin

Wallis: volle Übernahme. Tessin: besondere Regelung bei behördlicher Sanierungsauflage — Abzug ohne weitere Prüfung gewährt.

Berg- und Innerschweiz

Graubünden, Schwyz, Uri, Glarus, Zug, Nidwalden, Obwalden: Standardpraxis. Hochalpine Anlagen über 1'500 m können zusätzliche Sonderabzüge erhalten.

Ostschweiz

St. Gallen, Thurgau, Appenzell A.Rh., Appenzell I.Rh., Schaffhausen: Standardpraxis, keine Besonderheiten.

Grenzsteuersätze nach Kantonen 2026

Bei mittlerem Einkommen CHF 100'000-150'000:

  • Zürich Kanton + Stadt: 22-26 %
  • Bern Kanton + Stadt: 24-28 %
  • Genf Kanton + Stadt: 30-34 % (höchste)
  • Zug Kanton + Stadt: 12-15 % (niedrigste)
  • Wallis: 20-24 %
  • Tessin: 25-28 %

Plus Bundessteuer 8-13 % je nach Einkommen.

Gesamt-Steuerersparnis Beispiel

10 kWp Anlage, CHF 15'450 absetzbar:

  • Stadt Zürich, 32 %: CHF 4'944 Steuerersparnis
  • Stadt Genf, 37 %: CHF 5'717 Steuerersparnis
  • Stadt Zug, 18 %: CHF 2'781 Steuerersparnis

2-Jahres-Aufteilung

Bei hoher Investition (über CHF 20'000) oder moderatem Einkommen:

  • Vorteil: maximaler Grenzsteuersatz ausgenutzt
  • Anmeldung: formlos in Steuererklärung
  • Bedingung: eindeutige Dokumentation
  • Sinnvoll wenn Einkommen unter CHF 100'000 oder Investition über CHF 30'000

Was absetzbar ist

  • PV-Module, Wechselrichter, Montagesystem
  • Installation und Inbetriebnahme
  • Bewilligungsgebühren
  • EVU-Anschlussgebühren
  • Energieberatung im Kontext
  • Statikprüfung
  • Stromspeicher (meiste Kantone)

Was NICHT absetzbar ist

  • Reine Dachsanierung (Ausnahme: Kombination mit PV)
  • Hausautomation ohne Solar-Kontext
  • Optische Verschönerungen
  • Laufende Wartungskosten nach Inbetriebnahme

Dokumentation

  • Schlussrechnung Installateur (detailliert)
  • Pronovo-Bescheid KLEIV
  • Kantonale Förderbescheide
  • Inbetriebnahmeprotokoll
  • Komponenten-Datenblätter

Aufbewahrungsfrist: 10 Jahre plus Lebensdauer der Anlage.

Zusammenfassung

Der Steuerabzug ist 2026 in allen 26 Kantonen voll für PV-Investitionen verfügbar. Bei Grenzsteuersätzen von 25-35 % spart eine 10 kWp Anlage CHF 4'000-6'000 Steuern — eine wesentliche Komponente der Gesamtwirtschaftlichkeit. Sorgfältige Dokumentation und Wahl der optimalen Steuerperioden-Aufteilung maximieren die Ersparnis.

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